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Die Fachzeitschrift für Werkstoffe –
Verarbeitung – Anwendung

Polymerpreise

Die aktuellen Polymerpreise - bereitgestellt von KI - Kunststoff Information

 

 

"KI - Kunststoff Information" ist seit 1971 eine der erfolgreichsten Informationsquellen für die europäische Kunststoffindustrie. Mit einem einzigartigen Netzwerk aus Produzenten, Distributeuren/Händlern und Verarbeitern hat KI engen Kontakt zu vielen Hundert Marktteilnehmern, um Preis- und Marktdaten zu ermitteln. Auf dieser Basis informiert KI regelmässig mehr als 5.000 europäische Kunden über aktuelle Kunststoffpreise, Kapazitäten und Marktlagen sowie Preistrends.

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Standard-Thermoplaste Mai 2020: Vor allem Polyethylen unter der Knute der Mengensteuerung / Kostensteigerungen der Vorprodukte bestimmen das Bild / Polymere werden meist folgen

Wie gut die Mengensteuerung seitens der Polyethylen-Erzeuger inzwischen funktioniert, zeigte deren Reaktion auf die Verbilligung bei Ethylen um 100 EUR/t Anfang Mai. Die Produzenten gaben maximal die Hälfte des Ethylen-Abschlags in die Polymerstrecken weiter. Insbesondere bei den Folientypen erzielten diese Versuche spürbar Wirkung. Mehrere ungeplante Ausfälle verstärkten die Entwicklung.

Im Windschatten des neuerlichen Rückgangs der C3-Referenz um 80 EUR/t tendierten die Preise für Polypropylen im Mai 2020 weiter nach unten. Oftmals behielten die Anbieter einen Teil der Kostenreduktion ein, aber bei PP-H Spritzgießqualitäten gelang das ihnen nicht.

Durch den Kostenrückgang bei Ethylen, der sich anteilig auf die PVC-Notierungen auswirkt, gerieten die Preise weiter unter Druck. Das Basismaterial wurde billiger und im Windschatten dessen auch die Compounds. Versuche der Anbieter, die Abschläge geringer zu halten, verpufften im Monatsverlauf.

Nach dem leichten Rückgang der Styrol-Referenz um 13 EUR/t setzte sich der Niedergang der Styrolkunststoff-Notierungen im Mai fort, wenn auch bei weitem nicht mehr in dem Umfang wie zuvor. Da die Höhe der Abschläge in den Vormonaten sehr unterschiedlich ausgefallen war, gab es vielerorts zusätzlich zur Einpreisung der Kostenermäßigung auch noch Nachbesserungen bei den Hochlagen. Bei ABS fielen die Abschläge allgemein wegen des neuerlichen Preisverfalls bei Butadien etwas höher aus.

Die Viruskrise prägte den europäischen PET-Markt auch im Mai 2020. Die Nachfrage blieb in den anhaltenden Turbulenzen hinter den Erwartungen zurück. Offensichtlich war die Bedarfswelle in den letzten Wochen deutlicher als gedacht von Sicherungskäufen geprägt. Dennoch konnten die europäischen Produzenten die Abschläge für die von KI reflektierten kleinen bis mittleren regulären Mengen unterhalb der Senkungen der Vorproduktreferenzen beschränken.

Im Juni dürften nach dem Umschwung bei Ethylen von +60 EUR/t Kostensteigerungen das Bild bestimmen. Die Aufschläge werden wohl meist die Kostensteigerung bei Ethylen einpreisen, in selteneren Fällen auch etwas weniger. Forderungen der Erzeuger, die stellenweise sogar 75 bis 100 EUR/t umfassen, dürften bei den Verarbeitern jedoch nicht gut aufgenommen werden und wohl auch nicht umgesetzt werden.

Im Juni ist ein Ende des vorherrschenden PP-Überangebots nicht absehbar, da einige Anlagen aus dem Wartungsstillstand zurückkehren. Dennoch findet der Preisniedergang mit wieder festerem C3 wohl ein Ende. Auch PVC dürfte mit dem Anziehen der C2-Referenz wieder nach oben drehen, zumal Produzenten und Compoundeure den Ausstoß anpassen.

Ein Ende der Talfahrt ist auch bei den Styrolkunststoffen in Sicht. Das Vorprodukt drehte im Juni um 64 EUT/t nach oben, die Preise der Polymere werden folgen. Einige Verarbeiter hatten mit Blick auf die Spotnotierungen bereits darauf spekuliert und noch im Mai zusätzliche Order platziert. Diese Vorkäufe belebten die Nachfrage, die ansonsten weiter sehr stark von der Corona-Krise geprägt war.

Für PET-Vorprodukte keimen Hoffnungen auf, im Juni die Talsohle erreicht zu haben. Dennoch ist die weitere Entwicklung ebenso unsicher wie die Gesamtlage der weltweiten Covid-Pandemie. Explodierende Fallzahlen in Verbrauchsschwergewichten wie Brasilien und Indien könnten die Importangebote aggressiver tendieren lassen. Immerhin geben steigende Temperaturen in weiten Teilen Europas Hoffnung auf eine Belebung der Getränke-Nachfrage.

Technische Thermoplaste Mai 2020: Merkliche Abschläge überwiegen bei nur wenigen Ausnahmen / Nachfrage aus dem Automobilbau bleibt schwach / Mengensteuerung der Anbieter verfängt stellenweise

Die Mehrzahl der berichteten technischen Sorten geriet im Mai leicht bis spürbar unter Druck. Unter anderem wenig spezifizierte oder Naturtypen der Polyamide zeigten sich merklich leichter, vornehmlich weil sie auf die erneute Verbilligung bei den entsprechenden Basispolymeren reagierten. Dabei fiel der Abschlag bei PA-6-Typen etwas deutlicher aus als beim Schwesterprodukt PA 6.6. Verstärkte, flammgeschützte und anderweitig modifizierte Typen hingegen behaupteten sich im Rollover. Wegen der zahlreichen Einflüsse der Zuschlagstoffe blieben Preisdiskussionen meist sogar vollständig aus.

PBT und POM blieben bei intensiver Mengensteuerung seitens der Erzeuger und teilweise wenig Importaktivität stabil. Die neueste Mode, die aktuell von den Standardpolymeren herüberschwappt, ist das Angebot, Jahresendboni in Aussicht zu stellen, um zusätzliche Preiszugeständnisse zu vermeiden.

Nachfrageseitig wurden die Automobilbänder zwar mehrheitlich wieder angefahren, doch selbst große Zulieferer sprechen allenfalls von einem Fünftel der üblichen Auslastung. Einzig China orderte etwas mehr, jedoch auch noch weit von alten Ständen entfernt. Hierzulande bleiben die Abnahmen wohl auch in den nächsten Wochen noch auf niedrigem Niveau. Lichtblicke kamen aus dem E&E-Sektor sowie auch der Baubranche – obwohl sich auch hier mittlerweile Bremsspuren zeigen.

Im Juni dürfte es für die technischen Thermoplaste überwiegend weiter nach unten gehen. Auch beim bislang stabilen PBT sind Abschläge abzusehen. Polycarbonat liegt mit deutlichem Rückgang an der Spitze. Ausnahmen sind PMMA und POM. Bei Ersterem wollen die Produzenten an der Preisschraube drehen, was jedoch wohl erst ab Juli verfangen wird, bei Letzterem verfängt die Mengensteuerung der Anbieter, sodass je nach Spezifikation und Anwendung leichte Aufschläge möglich scheinen.