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Die Fachzeitschrift für Werkstoffe –
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KATZ Symposium: Plastics News and Trends

(10.05.2019) Die Zuhörer am Schweizerischen Kunststoffsymposium in Aarau wurden am 7. Mai auf eine Reise durch die «smart Technologies» mitgenommen. Alle Redner waren sich in einem Punkt einig: Wir sind am Anfang der smart Factory und es gibt noch viel zu tun.


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Das diesjährige KATZ-Symposium stand unter dem Motto «Plastics News and Trends» (Bild: Jörg Signer)



Prof. Wolfgang Boos von der Werkzeugbauakademie in Aachen stellte eindrücklich dar, dass ein Spritzgusswerkzeug zwar ein technisches und handwerkliches Meisterwerk ist, letztlich aber ein passives Element im Formgebungsprozess darstellt. Erst wenn man das Werkzeug mit Sensoren und Regelkreisen ausrüstet, wird es zu einem aktiven Element. Die Interpretation der Messwerte hat Robert Vaculik von Kistler am Beispiel des Werkzeuginnendrucks und einem MES (Machine Execution System) erläutert. Er erklärte, wie die Daten der Sensoren mit Hilfe klassischer Versuchsplan- und Modellierungtechnik hinsichtlich Qualitätseigenschaften zu besserer Transparenz und Profitabilität führen können. Beat Kämpfer von bfa Solutions verdeutlichte an diversen Beispielen, wie die Welt der Informatik (IT mit z.B. ERP-Systemen) und die Welt der Operational Informatik (OT mit Maschinen Steuerungen) kommunizieren oder eben nicht. So kann mit zunehmend vernetzten Systemen auf einem update einer Maschinensteuerung eine Schadsoftware mit tiefgreifenden Folgen über die OT in die IT Welt eingetragen werden. Die Kommunikation zwischen den Fachkräften der IT- und OT-Spezialisten ist die Grundlage zur Realisierung einer smart Factory. Nicht die digitale Lösung ist der Schlüssel zu Erfolg, sondern die analoge Entscheidung bzw. Kommunikation unter den Fachspezialisten.


Noch am Anfang steht nach Ansicht von Martin Folie der Alphacam die 3D-Drucktechnologie. Die Nutzer müssen additiv denken, additiv konstruieren und additiv fertigen lernen. Voxel Printen ist eine neue Technik, mit der verschiedene Farben oder Farbverläufe oder mit einer neuen Kombination von Werkstoffen neue Eigenschaften eingestellt werden können. Mehrachsige Roboter tragen die Druckköpfe und machen dadurch Stützmaterialien überflüssig. Bald schon soll ein Metalldrucker auf den Markt kommen, der über die Zwischenschritte ‘Grünling drucken’ und ‘Sinterprozess’ Metallbauteile produzieren kann. Bezüglich Geschwindigkeit der Drucker sei man heute mit 80 bis 250mm/s noch weit weg von der theoretischen Grenze von 2540mm/s.


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Die Tischmesse ist fester Bestandteil am Symposium. (Bild: KATZ)



Die digitale Welt braucht Strom. Wie man durch Dämpfen der Oberwellen der Stromversorgung den Widerstand reduziert und nach dem U=RI Gesetz mehr Leistung nutzen kann erläuterte Salvi Donato von Livarsa.


Composite Bauteile haben einen Nachteil: sie sind schlagempfindlich. Amael Cohades von CompPair, einem Spin-off der EPFL legte dar, wie heilbare Composites gebaut und so deren Lebensdauer substanziell verlängert werden können. Das spart Reparaturkosten und reduziert die Abfallmenge. Es ist vorgesehen, in Kooperation mit der ETH Lausanne (EPFL), dem Institut für Kunststofftechnik der FHNW und dem KATZ, die Weiterentwicklung des Produktes voranzutreiben.


Was passiert, wenn Photonen auf Polymere treffen? Celestino Padeste vom LMN am Paul Scherrer Institut (PSI) erklärte, dass es mit Hilfe von Photonen möglich ist, Polymeroberflächen zu aktivieren und Proteine oder ähnliche Substrate zu verankern, sprich chemisch anzubinden. Das Konstrukt eignet sich als Substrat mit Träger für die Charakterisierung des Substrates mit dem neuen Linearbeschleuniger SwissFEL. Hightech von feinsten!


94 Teilnehmer haben an der Tischausstellung die (anloge) Kommunikation unter den Fachleuten gepflegt und so neben aktivem Zuhören bei den Vorträgen viel über die digitale Welt erfahren können.


Jürg De Pietro, KATZ


www.katz.ch


Bilder: Jörg Signer


Impressionen vom Schweizerischen Kunststoffsymposium:

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