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Die Fachzeitschrift für Werkstoffe –
Verarbeitung – Anwendung

interplastica und upakovka zogen 24.900 Fachbesucher an

(07.02.2018) Bei beiden Messen präsentierten vom 23. bis 26. Januar rund 900 Unternehmen aus 30 Ländern ihre Innovationen und berichteten übereinstimmend von sehr groer Resonanz und beachtlichen geschäftlichen Erfolgen.


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24.900 Fachleute aus ganz Russland und den Nachbarstaaten besuchten interplastica und upakovka, 2017 waren 23.000 Besucher registriert worden.


Zufrieden zog Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf GmbH, Bilanz: „In dem Mae, in dem sich die russische Wirtschaft positiv entwickelt und der konjunkturelle Motor sicher läuft, nutzen die russischen Unternehmen die beiden führenden Branchenschauen. Hier können sie die Neuentwicklungen des Weltmarktes kennenlernen und gleich vor Ort in intensive Verhandlungen mit den Anbietern eintreten. Abgesehen von hohen Kaufabschlüssen war die qualifizierte Nachfrage ein ganz wichtiges Signal für den Aufbruch in eine wirtschaftlich interessante Zukunft.“


Der Weltexport von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland war einige Jahre lang rückläufig. Im Jahr 2016 (neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar) betrug der Gesamtwert der weltweiten Lieferungen ins Land rund 326 Millionen Euro und lag damit um fast 43 Prozent unter dem des Vorjahres. 2017 jedoch, so melden mit Deutschland und Italien zwei der wichtigsten Lieferländer, haben sich die Exporte enorm gesteigert: Die deutschen Lieferungen von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland beliefen sich von Januar bis November 2017 auf 104,1 Mio. Euro, das bedeutet ein Plus von 43,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Quelle: VDMA, Fachverband Kunststoff und Gummimaschinen). Die italienischen Hersteller von Maschinen, Ausrüstungen und Formen für die Verarbeitung von Kunststoffen und Kautschuk lieferten in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres Waren im Wert von 73 Mio. Euro nach Russland, das ist eine Steigerung von 109 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2016. Damit, so der italienische Branchenverband Amaplast, ist Russland nach sehr schwachen Jahren, die auf wirtschaftliche Sanktionen ebenso wie auf schwierige Marktverhältnisse zurückzuführen waren, wieder in die Riege der zehn wichtigsten Exportdestinationen zurückgekehrt.


Thorsten Kühmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, beurteilt die aktuelle Situation im russischen Markt mit Zuversicht: „Der lange Atem der deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die deutsch-russischen Geschäftsbeziehungen pflegten, zahlte sich in 2017 aus. Nach Jahren der Talfahrt konnten die Lieferungen aus Deutschland kräftig zulegen. Somit hat das Jahr 2017 das schwache Vorjahr bereits in den ersten elf Monaten deutlich überflügelt. Gestützt wird diese konjunkturelle Belebung von der sich aufhellenden Grundstimmung in der russischen Wirtschaft. In der Folge steigt die Investitionsbereitschaft, was sich vor allem im Verpackungsbereich bemerkbar macht.


Im Rezessions-Jahr 2016 lag der deutsche Marktanteil bei 26,3 Prozent, auf den weiteren Plätzen folgten China mit einem Anteil von 24,4 Prozent und Italien mit 12,0 Prozent. Vor Ort Flagge zu zeigen bleibt für die deutschen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer somit auch zukünftig wichtig, um den hauchdünnen Vorsprung im Markt behaupten zu können. Wir erwarten, dass sich die Konjunktur in Russland weiter aufhellt und Investitionen in die Verpackungsindustrie nach sich zieht, da der Bedarf an qualitativ hochwertig verpackten Waren steigt. Auch aus dem Automobilsektor und der Bauindustrie kommen wieder vermehrt positive Signale. Hiervon wird der Maschinenbau „Made in Germany“ profitieren und seine Marktführerschaft in Russland festigen. Nach Jahren der Rezession kommen wir jedoch von einem niedrigen Niveau. Höhenflüge, die die deutschen Exporte von Kunststoff- und Gummimaschinen in den auerordentlich guten Jahren 2012 und 2013 erfahren haben, sind in der kurzen Frist erst einmal nicht zu erwarten.“


Bernd Nötel, der für den VDMA die interplastica vor Ort betreute, bestätigte die positive Resonanz, die das deutsche Angebot auf der Messe erfuhr. Er machte drei Trends aus, die auch in Zukunft für gute Geschäfte sorgen werden: „Das Thema Industrie 4.0 ist in Russland angekommen. Die Möglichkeiten, mit vernetzten Produktionssystemen effiziente und nachhaltige Abläufe zu ermöglichen, vor allem Energie- und Materialkosten einzusparen, trifft bei den russischen Fachleuten auf groes Interesse. Etliche interplastica-Aussteller hatten dazu Angebote an ihren Ständen.


Die Bedeutung von Recycling nimmt ebenfalls zu: In Russland wird die "Europäischen Strategie für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft", die die Europäische Kommission erarbeitet hat, viel beachtet. Ein Wachstum der Aktivitäten im Bereich Kunststoff- Recycling, auch aus Hausabfällen, wird ebenso erwartet wie die Tatsache, dass der Rezyklat-Anteil bei den eingesetzten Materialien steigen wird. Mit den entsprechenden Auswirkungen auch auf die Maschinentechnologie.


Dritte interessante Beobachtung auf der interplastica: Die Hersteller von Werkzeugen und Formen treten zunehmend als Systemanbieter auf und bieten ihren Kunden, in Zusammenarbeit mit den Maschinenbauern, Komplettlösungen an.“


Die nächste interplastica in Moskau wird vom 29. Januar bis 1. Februar 2019 stattfinden, erneut parallel zur upakovka.


www.interplastica.de


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